Den größten Berg den es zu überwinden gibt, ist die eigene Haustürschwelle.
Wenn nicht jetzt leben, wandern^^
Tipps und Tricks + Ausrüstung, Rund um den Camino →
Hallo,
mein Camino-Name ist Sleeping Eagle.
Diesen Namen habe ich auf meinem ersten Camino von meinen Mitpilgern bekommen. Der Ursprung liegt zum einen in meinem Spitznamen „Arno“ und zum anderen darin, dass ich unterwegs oft Schlaf nachholen musste, weil die Schlafphasen in den Herbergen manchmal etwas kurz waren.
So wurde aus meinem Spitznamen schließlich der Name Sleeping Eagle.
Alles ist individuell, und jeder empfindet anders. Die folgenden Eindrücke, Erfahrungen und Empfehlungen basieren ausschließlich auf meinen persönlichen Erkenntnissen aus vier absolvierten Caminos.
Ein leichter und bequemer Rucksack mit einem Volumen von etwa 25 bis maximal 40 Litern ist ideal. Besonders empfehlenswert sind Modelle mit einem Trampolin-Netzrücken, da sie für eine deutlich bessere Belüftung sorgen.
Dazu ein möglichst leichter Schlafsack, der dennoch einen Komfortbereich von mindestens +10 °C bietet.
Bei der Kleidung reicht eine reduzierte, funktionale Ausstattung völlig aus:
Das Prinzip dabei: Eine Garnitur wird getragen, die zweite befindet sich platzsparend in einem Vakuum-Kleiderbeutel im Rucksack.
An Schuhwerk haben sich leichte Badelatschen für Herbergen und Duschen sowie ein gutes Paar Trekkingschuhe bewährt.
Zusätzlich empfehle ich einen ultraleichten, faltbaren Tagesrucksack. Darin lassen sich Wertsachen wie Geld, Smartphone oder Dokumente verstauen – besonders praktisch beim Duschen oder in Gemeinschaftsunterkünften.
Für Hygiene und kleine Notfälle genügt eine minimalistische Ausstattung:
Als Regen- und Allroundschutz hat sich der Sea to Summit Ultra-Sil Nano Tarp Poncho hervorragend bewährt. Er dient nicht nur als Regenschutz, sondern auch als hygienische Unterlage oder zusätzlicher Schutz auf Pilgerbetten. Trotz seiner Vielseitigkeit wiegt er weniger als 200 Gramm.
Außerdem nutze ich die Leki Traveller Carbon Nordic-Walking-Stöcke, die gerade auf langen Etappen Knie und Gelenke spürbar entlasten.
Unverzichtbar sind natürlich:
Für die Wasserversorgung habe ich meist zwei PET-Flaschen dabei, jeweils links und rechts in den Seitentaschen des Rucksacks. Das sorgt für einen besseren Gewichtsausgleich. Gefüllt werden sie in der Regel nur mit etwa einem Liter pro Flasche.
Wenn man noch keine Pilgererfahrung hat, kann ich jedem empfehlen, direkt den Camino Francés zu gehen. Viele der besonderen Erfahrungen und Erkenntnisse des Jakobswegs erschließen sich oft erst nach mehreren Wochen unterwegs.
Von meiner Pilgerschwester Laura habe ich einen ebenso einfachen wie praktischen Tipp gelernt: Mit voller Montur unter die Dusche zu gehen fühlt sich zunächst merkwürdig an, ist aber äußerst effektiv, wenn man Kleidung direkt mitwaschen möchte.
Grundsätzlich gilt: Weniger ist mehr. Sollte unterwegs doch etwas fehlen, lässt es sich in der Regel problemlos nachkaufen.
Sei offen und vertraue dem Weg. Die meisten Menschen, denen man auf dem Camino begegnet, sind hilfsbereit, verständnisvoll und freundlich. Begegne ihnen mit derselben Haltung.
Höre auf deinen Körper. 2023 auf dem Camino del Norte habe ich mich selbst deutlich überschätzt – was letztlich zu einem vorzeitigen Abbruch geführt hat. Der Camino lehrt einen schnell, die eigenen Grenzen ernst zu nehmen.
Wer den Camino Francés startet, dem würde ich empfehlen, die erste Nacht in Orisson zu verbringen – alternativ in Hunto oder Borda. Man verbringt die erste Nacht mitten in den beeindruckenden Pyrenäen, fernab des großen Pilgertrubels, und hat am nächsten Tag nur noch etwa 17 Kilometer bis Roncesvalles vor sich. Dadurch wird aus der vermutlich härtesten Etappe eine der schönsten Erfahrungen des gesamten Weges. Wichtig dabei: Eine frühzeitige Reservierung ist unbedingt notwendig.
(Ich mache bewusst keine Direktlinks – ich werde weder gesponsert noch verdiene ich etwas an den genannten Produkten.)
Mit dieser Ausrüstung komme ich auf etwa 5,5 kg Basisgewicht und bin damit auf längeren Caminos sehr gut zurechtgekommen.
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